Freitag, 3. April 2009
Tag 42 - Wieder zu viert!!
Nikolai und Sabine schreiben:

So viel ist in der letzten Woche passiert, wir hätten viele Überschriften finden können. Doch das wichtigste ist sicher, dass Flo seit Montag abend wieder unter uns ist und wir somit wieder zu viert!
Aus verschiedenen Gründen sind wir in der letzten Woche gar nicht zum schreiben gekommen, deshalb wollen wir jetzt einiges aufarbeiten, und zwar am besten der Reihe nach.

Also, wir beginnen in Managua, der Hauptstadt von Nicaragua. Dort war Nikolai am letzten Freitag bei der GTZ und hat sich für ein Praktikum beworben. Gott sei Dank waren wir vor Ort, das gibt vielleicht den entscheidenden Ausschlag. Denn bis März 2010 sind die Plätze vergeben. Aber dann ist wieder was frei, und wenn der Büroleiter mitspielt, der sich gerade im Semana Santa-Urlaub befindet, wird Nikolai nächstes Jahr im März für 3-4 Monate nach Managua gehen.

Ausserdem haben wir in der Universitäts-Bibliothek für eine Hausarbeit von Nikolai recherchiert. Was wir dabei erlebt haben, Wahnsinn!! Beschwert euch nie wieder über die deutsche Bürokratie. Wer ein Buch ausleihen will, muss grundsätzlich einen Ausweis vorzeigen. Dann kann man die Bücher nur vor Ort lesen und gar nicht ausleihen. Ausserdem kann man nicht selber durch die Regale stöbern sondern man sucht vorher im Rechner nach passenden Titeln und geht dann zum Ausleihschalter. Dort kriegt man dann die Bücher, aber immer nur drei auf einmal. In der Bib selber gibt es noch andere Ebenen. Wenn man Bücher aus einer anderen Ebene ausleihen will, muss man erst die Bücher aus der ersten Ebene zurückgeben, denn – richtig – dort hat man ja seinen Ausweis hinterlegt, und in der anderen Ebene kriegt man nix ohne den.... Ach ja, und wenn man was aus diesen Büchern kopieren will, brauch man eine schriftliche Genehmigung mit zwei Stempeln (hab ich aufgehoben), sonst darf man den Lesesaal nicht verlassen. Dort gibt es zwar auch einen (!) Kopierer, aber der ist meistens nicht besetzt, und ihr glaubt wohl nicht, dass man selber kopieren darf... Nein nein nein, dann könnte man ja unter Umständen das ganze Buch kopieren, und das ist natürlich aus urheberrechtlichen Gründen auch verboten. Mit anderen Worten, es ist eine ermüdende Bürokratie, die einem das konzentrierte Arbeiten unheimlich erschwert!! Trotzdem haben wir eine Menge an nützlicher Literatur gefunden.

Montag sind wir dann in aller Frühe nach Tegucigalpa (Hauptstadt von Honduras) weitergefahren und dort haben wir abends Flo wiedergetroffen, der aus San Salvador gekommen ist. Tegucigalpa, die Stadt kennen wir ja schon vom Tag unserer Ankunft, ist wirklich irre! Die Stadt wurde mitten in einen erloschenen Vulkankrater gebaut, die Häuser stehen deshalb an steilen Hängen, von denen natürlich auch der ein oder andere ab und zu mal abbröckelt. Was dann mit den Häusern passiert, könnt ihr euch ja denken... Auch deswegen ist der Anflug auf den internationalen Flughafen besonders gefährlich und für die Piloten eine besondere Heausforderung, wir haben davon ja schon berichtet. Ansonsten hat Tegu, wie es auch genannt wird, als einzige mir bekannte Stadt in Zentralamerika eine Fussgängerzone... Hier werden allerdings die Bürgersteige um 7 abends schon hochgeklappt, für eine Hauptstadt schon ganz schön peinlich.

Mittwoch ging es weiter nach San Pedro Sula, der heimlichen Haupstadt von Honduras, die allerdings längst nicht so schön ist. Dorthin führte uns ein weiteres Highlight unserer Reise: Zu dritt (Flo hatte keine Lust und hat im Hotel gewartet) haben wir im Estadio Olimpico das WM-Qualifikationsspiel Honduras gegen Mexiko besucht, ein einmaliges Erlebnis!! Am Eingang haben uns drei Frauen zwar die Karten aus der Tasche gezogen, aber Gott sei Dank haben wir es sofort gemerkt. Aber weil Nikolai sofort anfing rumzuschreien und Sabine die Übeltäterin ins Visier nahm (Du warst es!!) haben die drei es mit der Angst zu tun bekommen und die Tickets einfach fallengelassen. Eine Polizistin hat uns dann direkt durchgewunken. Die Stimmung im Stadion war phantastisch, noch ein bisschen ausgelassener als am Millerntor in St. Pauli, wir standen mitten im Fanblock der Heimmannschaft und nachdem die Hondureños unsere deutschen Fussball-Shirts erkannt hatten, konnten wir uns vor Händeschütteln, Winken und Rufen gar nicht mehr retten. Dass Honduras die Partie mit 3:1 gewonnen hat, hat die Stimmung natürlich überkochen lassen. Die Menschen haben gefeiert, als hätte ihr Land gerade den Weltmeister-Pokal geholt. Und wir mitten drin, ein Riesen-Wahnsinn!!

Jetzt sind wir im kleinen Ort Omoa an der karibischen Küste und werden nach den drei Städten Managua, Tegu und San Pedro mal ein bisschen ausspannen. Helmar natürlich nicht, er wird morgen gleich auf Fototour gehen. Wir anderen werden die seltene Gelegenheit nutzen, von Helmar unbehelligt auszuschlafen, und danach unsere Tagebücher aktualisieren.

Der Doppel-Gruss des Tages geht heute an Sabines Mutter, wir wünschen ihr alles Gute und gute Besserung!!!! Und an Stefan, wie Nikolai es ihm versprochen und angekündigt hat gibt es frohe Neuigkeiten!! ;)

Bald wird es weitere Neuigkeiten geben, vielleicht sogar von einem kurzen Ausflug nach Guatemala. Bis dahin viele Grüsse von der jetzt wieder vollständigen Vierergruppe.

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