Montag, 23. Februar 2009
Tag 3+4 Händedruck mit dem deutschen Botschafter und Frühstück mit der "Grande jefesita"
Nikolai schreibt:

Hallo aus San Salvador. Es ist mal wieder kurz vor Mitternacht, deshalb werde ich auch nur in aller Kürze das Wichtigste der letzten zwei Tage zusammenfassen, damit ihr neuen Lesestoff habt. Gestern war ein sehr interessanter Tag bzw vor allem Abend! Annette erzählt uns nachmittags von einem Konzert in Suchitoto, ein Touristennest im Norden der Hauptstadt, dass ihr höchstens im Internet, aber sicher in keinem Atlas finden werdet. Ja,ok wir fahren mit, warum auch nicht. Dann erfahren wir allerdings, dass der deutsche Botschafter höchstpersönlich zu diesem Konzert eingeladen hat. Das macht die Sache natürlich um einiges interessanter. Tatsächlich treffen wir ihn und einige seiner Amtskollegen, die Botschafter von Ecuador und Kolumbien und einen Konsulatsbeamten aus Österreich im Teatro de las Ruinas in Suchitoto. Allerdings sind das nicht die wirklich interessanten Gesprächspartner an diesem Abend. Vielmehr treffen wir noch einen Mann vor dem Teatro, der während des Bürgerkriegs Collonel war. Im stehen die Tränen in den Augen, als er von Artilleriefeuer auf die Guerillas erzählt, und wie wenig damals ein Leben in diesem kaputten Land gezählt hat. Er läd uns zu sich nach hause ein. Hoffentlich können wir diese Einladung in den nächsten Wochen noch einmal wahrnehmen. Das Konzert selbst ist besser als erwartet. Nachdem wir die salvadorianische und die deutsche Nationalhymne im Stehen hinter uns gebracht hatten gab es einen Liederabend mit Piano, Sopran und Bariton und zahlreichen "Highlights" aus dem deutschen Liedgut... ;-) Natürlich war Schubert dabei mit Texten von Schiller und Goethe, natürlich mussten sie Papageno und Don Giovani singen und als Zugabe gab es noch ein bisschen Strauß... ;) Aber ich muss sagen, die drei waren echt gut! (Hinterher haben wir erfahren, dass sie auch extra dafür eingeflogen wurden... Es muss also teuer gewesen sein. Der Botschafter meinte, ein Jahresbudget wäre jetzt futsch...) Hinterher sind wir noch mit einigen Lehrern von der deutschen Schule, Magdalena und zwei Leuten von der GTZ (!) auf ein Bierchen und einen Flor de Caña (Rum aus Nicaragua) gegangen. Das war auch sehr interessant. Ich glaube, dass GTZ-Büro hier in San Salvador wird in den nächsten Tagen Besuch von mir kriegen... Zurück in San Salvador sind wir alle müde und fallen sofort ins Bett.
Heute war etwas weniger spektakulär, deshalb in aller Kürze: Morgens treffen wir Steffi zu einem kurzen Frühstück, bevor sie leider schon wieder nach Deutschland zurück muss. Aber es ist eine tolle Sache, dass wir wenigstens kurz unseren Plan verwirklichen können, uns hier zu sehen.. Danach treffen wir Helmar, der an der UCA (hab ich das schon erklärt? Das ist die Uni) schon wartet und erobern mit ihm erst den Markt für Kunsthandwerk und dann den für Obst und Gemüse, wo er sich mit ein paar Anhängerinnen der FMLN (sozialistische Partei) solidarisiert und von ihnen eine Einladung erhält (lustige Bilder..) Abends sitzen wir mit Annette zusammen und ratschen. Endlich haben wir auch Flor de Caña im Haus.. ;)
Nun ja, die anderen schlafen schon, ich werde es ihnen jetzt gleich tun.. Flo wird eh bald schon wieder aufstehen, um zu ziviler Zeit ein paar Anrufe zu erledigen. :)

Der Gruß des Tages geht heute an Steffi, die jetzt irgendwo über den Wolken schwebt, hoffentlich gut daheim ankommt, und bei der man heute (wie Sabine festgestellt hat) gemerkt hat, wie gut sie in dieses Land passt. Super, dass wir uns noch getroffen haben!!

Ich wünsche euch allen einen guten Start in die neue Woche!!

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Die Abenteuer des Don Nikolai in der Neuen Welt
Da ihr selbst ja keine Abenteuer erlebt, hab ich gedacht, ich pep Euern Reisebericht mal etwas mit erfundenen Abenteuern auf.

Die Reiseberichte des Don Nikolai aus der Neuen Welt (bisher verschollener Bericht, erst jetzt im Archiv wieder aufgetaucht)

23. Februar 1509

Nachdem wir die Missionsstation unserer geliebten Schwester Stephania verlassen hatten, die viel für die Bekehrung der hießigen Heiden getan hatte, verließen wir auch somit den letzen Außenposten
der Zivilisation, landeten nach etlichen Tagen beschwerlicher Reise durch undurchdringliche Sümpfe an den Ufern eines Sees, in dem nackte Meerjungfrauen badeten, folgten dann der Beschreibung eines einheimischen Kaziken vom Stamme der Salvateken und entdeckten im
Walde versteckt El Dorado. Unbeschreiblicher Reichtum lag vor uns. Das Gold glitzerte in der Sonne, das zu einem Berg aufgehäuft vor unseren Füßen lag.
Die vier Expeditionsteilnehmer beschlossen, den Fund des Goldes für sich zu behalten, füllten dieses in ihre Hosentaschen (in die des Don Nikolai paßt so einiges rein) und Rucksäcke, und brachten es heimlich mit nach Spanien. Deshalb suchten alle folgenden Expeditionen vergeblich nach El Dorado...
Don Nikolai und Donna Sabine bekamen 17 Kinder, lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage - und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
In der südspanischen Provinz Passaulonien gedenkt man ihnen noch heute am Tag des Heiligen Sankt Pauli.

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