Sonntag, 12. April 2009
Tag 52 - Abschied vom Yojoa
hergt01, 01:14h
Nikolai schreibt:
Die Osterfeiertage sind vorbei. Das Internet hat wieder offen. Nachdem wir die Semana Santa (fast) schon hinter uns gebracht haben, sind es nur noch drei Tage und ein bisschen bis zu unserer Rueckkehr nach Deutschland. (Die Uni hat immer noch kein Vorlesungsverzeichnis online)
Die letzten Tage waren sehr entspannt, sogar Helmar, der sonst immer Pfeffer im Hintern hat, hat uns gestern mal einen Tag Ruhe gegoennt. Was aber auch daran lag, dass ausgerechnet er sich eine Sinusitis (lt Sabine;) ) eingefangen hat und wir ihn auf Antibiotika gesetzt haben, die er nach dem zweiten Tag gleich mal absetzen wollte. Schliesslich ist er ja schon wieder ganz gesund!! ;) Sabine hat sich aber durchgesetzt und so muss er es noch bis Montag nehmen. (Antibiotika gibt es hier uebrigens Rezeptfrei.) UND: Er darf keinen Schnaps trinken!!
So was...
Heute waren wir in einem Bergarbeiterdorf und wollten eine Mine besichtigen, haetten uns allerdings zwei Tage vorher ankeundigen muessen, damit die Leute das richtige Equipment fuer uns bereit stellen koennen... Wer haette auch was anderes erwartet. Aber es hat sich trotzdem absolut gelohnt. Zwar sind die Berge hier brennend heiss (die Regenzeit macht schon wieder Pause) und sind nicht so luftig wie die Alpen oder der Bayer. Wald, aber es gab tolle Motive und ganz viele sehr nette Menschen, die sich sichtbar gewundert haben, dass vier Auslaender den Weg in ihr abgelegenes Dorf gefunden haben.
Sonst gibt es nicht viel Neues, ich verfolge mit Genugtuung, wie der FC Bayern vergeblich versucht, Tabellenfuehrer zu werden undmit Pragmatismus, wie St Pauli staendig bei den Tabellenletzten verliert. ;) Kaum zu glauben, das naechste Auswaertsspiel in Nuernberg sehe ich schon wieder selber live im Stadion.
Der Gruss des Tages geht heute an Vera nach Erlangen, die (fast schon) Geburtstag hat!!! Tataaaaaa - alles liebe und Gute, wir denken ganz doll an dich und hoffen, dass wir deinen Purzeltag bald im Biergarten begiessen koennen!
Bis morgen oder so, vielleicht reicht es von Tegu aus auch mal wieder fuer einen Anruf. Bis dahin an alle viele Gruesse!
Die Osterfeiertage sind vorbei. Das Internet hat wieder offen. Nachdem wir die Semana Santa (fast) schon hinter uns gebracht haben, sind es nur noch drei Tage und ein bisschen bis zu unserer Rueckkehr nach Deutschland. (Die Uni hat immer noch kein Vorlesungsverzeichnis online)
Die letzten Tage waren sehr entspannt, sogar Helmar, der sonst immer Pfeffer im Hintern hat, hat uns gestern mal einen Tag Ruhe gegoennt. Was aber auch daran lag, dass ausgerechnet er sich eine Sinusitis (lt Sabine;) ) eingefangen hat und wir ihn auf Antibiotika gesetzt haben, die er nach dem zweiten Tag gleich mal absetzen wollte. Schliesslich ist er ja schon wieder ganz gesund!! ;) Sabine hat sich aber durchgesetzt und so muss er es noch bis Montag nehmen. (Antibiotika gibt es hier uebrigens Rezeptfrei.) UND: Er darf keinen Schnaps trinken!!
So was...
Heute waren wir in einem Bergarbeiterdorf und wollten eine Mine besichtigen, haetten uns allerdings zwei Tage vorher ankeundigen muessen, damit die Leute das richtige Equipment fuer uns bereit stellen koennen... Wer haette auch was anderes erwartet. Aber es hat sich trotzdem absolut gelohnt. Zwar sind die Berge hier brennend heiss (die Regenzeit macht schon wieder Pause) und sind nicht so luftig wie die Alpen oder der Bayer. Wald, aber es gab tolle Motive und ganz viele sehr nette Menschen, die sich sichtbar gewundert haben, dass vier Auslaender den Weg in ihr abgelegenes Dorf gefunden haben.
Sonst gibt es nicht viel Neues, ich verfolge mit Genugtuung, wie der FC Bayern vergeblich versucht, Tabellenfuehrer zu werden undmit Pragmatismus, wie St Pauli staendig bei den Tabellenletzten verliert. ;) Kaum zu glauben, das naechste Auswaertsspiel in Nuernberg sehe ich schon wieder selber live im Stadion.
Der Gruss des Tages geht heute an Vera nach Erlangen, die (fast schon) Geburtstag hat!!! Tataaaaaa - alles liebe und Gute, wir denken ganz doll an dich und hoffen, dass wir deinen Purzeltag bald im Biergarten begiessen koennen!
Bis morgen oder so, vielleicht reicht es von Tegu aus auch mal wieder fuer einen Anruf. Bis dahin an alle viele Gruesse!
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Mittwoch, 8. April 2009
Tag 48 - Es regnet!
hergt01, 03:12h
Nikolai schreibt:
Erstmal das wichtigste: Heute Nacht hat die Regenzeit begonnen. Ich freue mich darueber, die anderen nicht. Fuer Flo ist es einfach zu kalt. Helmar kann im Regen keine gescheiten Fotos machen. Und Sabine ist ein bisschen krank, das uebliche Problem hier mit Ventilatoren und Klimaanlagen. Obwohl ich auch ein bisschen rumhuste empfinde ich den Regen als eine grosse Erloesung! Endlich ist es nicht mehr so heiss und durch den Regen wird der Staub gebunden. Ausserdem geht ein angenehmer Wind.
Wir sind jetzt in “Zentralhonduras” ;) (genau in der Mitte) am Lago de Yojoa, unserer vorletzten Station... jaja, so langsam rueckt der Gedanke an die Heimreise immer naeher, jetzt in einer Woche sitzen wir schon in Miami auf dem Flughafen. Und morgen in einer Woche sitze ich schon wieder in Frankfurt in der Uni. Kaum vorstellbar. Na ja, ist auf jeden Fall noch so lange hin, dass die Uni es nicht fuer noetig haelt ein Vorlseungsverzeichnis online zu stellen, wozu auch. Ist ja noch Zeit...
Inzwischen haben wir in Omoa die Karibik kennen gelernt und Sabine, Helmar und ich waren am Wochenende sogar auf einen Sprung in Guatemala, genauer gesagt in Livingston. Das ist ein ziemlich bekannter Touristenort, der allerdings so klein ist, dass man ihn vielleicht nicht im Atlas finden kann. Dieser Ausflug hat sich auf alle Faelle gelohnt, denn jetzt habe ich nicht nur in alle zentralamerikanischen Laender mal reingerochen sondern wir haben eine Lebensweise kennen gelernt, die es in den anderen Laendern ueberhaupt nicht gibt. Das werden viele Fotos und auch Videos von den froehlichen Taenzen der Einheimischen beweisen. Am Samstag waren wir mit einer Lancha (kleines Boot) auf dem Rio Dulce unterwegs, ein Fluss auf dem fast alle Conquistadoren gefahren sind, bis zu einem spanischen Kastell, was zur Absicherung von Warenlagern gebaut wurde. Der Flusslauf ist einfach toll, weil der Fluss mitten durch einen Canyon geht, links und rechts hohe Felsen mit dichtem Urwald.
Diese Tour hat sich wirklich gelohnt!!
Von Livingston sind wir gestern (Mo) wieder nach Honduras rueber, haben Flo eingesammelt und sind weiter zum Lago de Yojoa gefahren. Wir hatten Glueck, denn das erste Hotel, wo Helmar vor 20 Jahren schon gewohnt hat, war uns zu teuer, und der Fussmarsch zu einem weiteren waere ueber 20 Kilometer gewesen, und dass kurz vor Sonenuntergang. Zum Glueck kam ein Taxi vorbei, unsere Rettung! Jetzt wohnen wir am Nordende des Sees in einem Superhotel in einem Wald und teilen uns ein Zimmer zu viert. Hier bleiben wir bis Sonntag, werden die Umzuege der Semana Santa in einem Nachbardorf erleben und koennen uns in den letzten Tagen nochmal richtig entspannen.
Noch ein Wort zum Telefonieren: Von hier wird es ganz schwierig, nochmal anzurufen, weil es im Internet im Nachbardorf kein Skype gibt. Aber wir koennen uns aus der Hauptstadt nochmal melden und ihr koennt uns ja auch lesen.
Der Gruss des Tages geht heute an Martin und Caro, weil es einfach mal Zeit wird! ;) Sie sind gerade heil aus Vietnam zurueck..
Also bis dann und von uns allen an alle viele Gruesse!
Erstmal das wichtigste: Heute Nacht hat die Regenzeit begonnen. Ich freue mich darueber, die anderen nicht. Fuer Flo ist es einfach zu kalt. Helmar kann im Regen keine gescheiten Fotos machen. Und Sabine ist ein bisschen krank, das uebliche Problem hier mit Ventilatoren und Klimaanlagen. Obwohl ich auch ein bisschen rumhuste empfinde ich den Regen als eine grosse Erloesung! Endlich ist es nicht mehr so heiss und durch den Regen wird der Staub gebunden. Ausserdem geht ein angenehmer Wind.
Wir sind jetzt in “Zentralhonduras” ;) (genau in der Mitte) am Lago de Yojoa, unserer vorletzten Station... jaja, so langsam rueckt der Gedanke an die Heimreise immer naeher, jetzt in einer Woche sitzen wir schon in Miami auf dem Flughafen. Und morgen in einer Woche sitze ich schon wieder in Frankfurt in der Uni. Kaum vorstellbar. Na ja, ist auf jeden Fall noch so lange hin, dass die Uni es nicht fuer noetig haelt ein Vorlseungsverzeichnis online zu stellen, wozu auch. Ist ja noch Zeit...
Inzwischen haben wir in Omoa die Karibik kennen gelernt und Sabine, Helmar und ich waren am Wochenende sogar auf einen Sprung in Guatemala, genauer gesagt in Livingston. Das ist ein ziemlich bekannter Touristenort, der allerdings so klein ist, dass man ihn vielleicht nicht im Atlas finden kann. Dieser Ausflug hat sich auf alle Faelle gelohnt, denn jetzt habe ich nicht nur in alle zentralamerikanischen Laender mal reingerochen sondern wir haben eine Lebensweise kennen gelernt, die es in den anderen Laendern ueberhaupt nicht gibt. Das werden viele Fotos und auch Videos von den froehlichen Taenzen der Einheimischen beweisen. Am Samstag waren wir mit einer Lancha (kleines Boot) auf dem Rio Dulce unterwegs, ein Fluss auf dem fast alle Conquistadoren gefahren sind, bis zu einem spanischen Kastell, was zur Absicherung von Warenlagern gebaut wurde. Der Flusslauf ist einfach toll, weil der Fluss mitten durch einen Canyon geht, links und rechts hohe Felsen mit dichtem Urwald.
Diese Tour hat sich wirklich gelohnt!!
Von Livingston sind wir gestern (Mo) wieder nach Honduras rueber, haben Flo eingesammelt und sind weiter zum Lago de Yojoa gefahren. Wir hatten Glueck, denn das erste Hotel, wo Helmar vor 20 Jahren schon gewohnt hat, war uns zu teuer, und der Fussmarsch zu einem weiteren waere ueber 20 Kilometer gewesen, und dass kurz vor Sonenuntergang. Zum Glueck kam ein Taxi vorbei, unsere Rettung! Jetzt wohnen wir am Nordende des Sees in einem Superhotel in einem Wald und teilen uns ein Zimmer zu viert. Hier bleiben wir bis Sonntag, werden die Umzuege der Semana Santa in einem Nachbardorf erleben und koennen uns in den letzten Tagen nochmal richtig entspannen.
Noch ein Wort zum Telefonieren: Von hier wird es ganz schwierig, nochmal anzurufen, weil es im Internet im Nachbardorf kein Skype gibt. Aber wir koennen uns aus der Hauptstadt nochmal melden und ihr koennt uns ja auch lesen.
Der Gruss des Tages geht heute an Martin und Caro, weil es einfach mal Zeit wird! ;) Sie sind gerade heil aus Vietnam zurueck..
Also bis dann und von uns allen an alle viele Gruesse!
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Freitag, 3. April 2009
Tag 42 - Wieder zu viert!!
hergt01, 06:51h
Nikolai und Sabine schreiben:
So viel ist in der letzten Woche passiert, wir hätten viele Überschriften finden können. Doch das wichtigste ist sicher, dass Flo seit Montag abend wieder unter uns ist und wir somit wieder zu viert!
Aus verschiedenen Gründen sind wir in der letzten Woche gar nicht zum schreiben gekommen, deshalb wollen wir jetzt einiges aufarbeiten, und zwar am besten der Reihe nach.
Also, wir beginnen in Managua, der Hauptstadt von Nicaragua. Dort war Nikolai am letzten Freitag bei der GTZ und hat sich für ein Praktikum beworben. Gott sei Dank waren wir vor Ort, das gibt vielleicht den entscheidenden Ausschlag. Denn bis März 2010 sind die Plätze vergeben. Aber dann ist wieder was frei, und wenn der Büroleiter mitspielt, der sich gerade im Semana Santa-Urlaub befindet, wird Nikolai nächstes Jahr im März für 3-4 Monate nach Managua gehen.
Ausserdem haben wir in der Universitäts-Bibliothek für eine Hausarbeit von Nikolai recherchiert. Was wir dabei erlebt haben, Wahnsinn!! Beschwert euch nie wieder über die deutsche Bürokratie. Wer ein Buch ausleihen will, muss grundsätzlich einen Ausweis vorzeigen. Dann kann man die Bücher nur vor Ort lesen und gar nicht ausleihen. Ausserdem kann man nicht selber durch die Regale stöbern sondern man sucht vorher im Rechner nach passenden Titeln und geht dann zum Ausleihschalter. Dort kriegt man dann die Bücher, aber immer nur drei auf einmal. In der Bib selber gibt es noch andere Ebenen. Wenn man Bücher aus einer anderen Ebene ausleihen will, muss man erst die Bücher aus der ersten Ebene zurückgeben, denn – richtig – dort hat man ja seinen Ausweis hinterlegt, und in der anderen Ebene kriegt man nix ohne den.... Ach ja, und wenn man was aus diesen Büchern kopieren will, brauch man eine schriftliche Genehmigung mit zwei Stempeln (hab ich aufgehoben), sonst darf man den Lesesaal nicht verlassen. Dort gibt es zwar auch einen (!) Kopierer, aber der ist meistens nicht besetzt, und ihr glaubt wohl nicht, dass man selber kopieren darf... Nein nein nein, dann könnte man ja unter Umständen das ganze Buch kopieren, und das ist natürlich aus urheberrechtlichen Gründen auch verboten. Mit anderen Worten, es ist eine ermüdende Bürokratie, die einem das konzentrierte Arbeiten unheimlich erschwert!! Trotzdem haben wir eine Menge an nützlicher Literatur gefunden.
Montag sind wir dann in aller Frühe nach Tegucigalpa (Hauptstadt von Honduras) weitergefahren und dort haben wir abends Flo wiedergetroffen, der aus San Salvador gekommen ist. Tegucigalpa, die Stadt kennen wir ja schon vom Tag unserer Ankunft, ist wirklich irre! Die Stadt wurde mitten in einen erloschenen Vulkankrater gebaut, die Häuser stehen deshalb an steilen Hängen, von denen natürlich auch der ein oder andere ab und zu mal abbröckelt. Was dann mit den Häusern passiert, könnt ihr euch ja denken... Auch deswegen ist der Anflug auf den internationalen Flughafen besonders gefährlich und für die Piloten eine besondere Heausforderung, wir haben davon ja schon berichtet. Ansonsten hat Tegu, wie es auch genannt wird, als einzige mir bekannte Stadt in Zentralamerika eine Fussgängerzone... Hier werden allerdings die Bürgersteige um 7 abends schon hochgeklappt, für eine Hauptstadt schon ganz schön peinlich.
Mittwoch ging es weiter nach San Pedro Sula, der heimlichen Haupstadt von Honduras, die allerdings längst nicht so schön ist. Dorthin führte uns ein weiteres Highlight unserer Reise: Zu dritt (Flo hatte keine Lust und hat im Hotel gewartet) haben wir im Estadio Olimpico das WM-Qualifikationsspiel Honduras gegen Mexiko besucht, ein einmaliges Erlebnis!! Am Eingang haben uns drei Frauen zwar die Karten aus der Tasche gezogen, aber Gott sei Dank haben wir es sofort gemerkt. Aber weil Nikolai sofort anfing rumzuschreien und Sabine die Übeltäterin ins Visier nahm (Du warst es!!) haben die drei es mit der Angst zu tun bekommen und die Tickets einfach fallengelassen. Eine Polizistin hat uns dann direkt durchgewunken. Die Stimmung im Stadion war phantastisch, noch ein bisschen ausgelassener als am Millerntor in St. Pauli, wir standen mitten im Fanblock der Heimmannschaft und nachdem die Hondureños unsere deutschen Fussball-Shirts erkannt hatten, konnten wir uns vor Händeschütteln, Winken und Rufen gar nicht mehr retten. Dass Honduras die Partie mit 3:1 gewonnen hat, hat die Stimmung natürlich überkochen lassen. Die Menschen haben gefeiert, als hätte ihr Land gerade den Weltmeister-Pokal geholt. Und wir mitten drin, ein Riesen-Wahnsinn!!
Jetzt sind wir im kleinen Ort Omoa an der karibischen Küste und werden nach den drei Städten Managua, Tegu und San Pedro mal ein bisschen ausspannen. Helmar natürlich nicht, er wird morgen gleich auf Fototour gehen. Wir anderen werden die seltene Gelegenheit nutzen, von Helmar unbehelligt auszuschlafen, und danach unsere Tagebücher aktualisieren.
Der Doppel-Gruss des Tages geht heute an Sabines Mutter, wir wünschen ihr alles Gute und gute Besserung!!!! Und an Stefan, wie Nikolai es ihm versprochen und angekündigt hat gibt es frohe Neuigkeiten!! ;)
Bald wird es weitere Neuigkeiten geben, vielleicht sogar von einem kurzen Ausflug nach Guatemala. Bis dahin viele Grüsse von der jetzt wieder vollständigen Vierergruppe.
So viel ist in der letzten Woche passiert, wir hätten viele Überschriften finden können. Doch das wichtigste ist sicher, dass Flo seit Montag abend wieder unter uns ist und wir somit wieder zu viert!
Aus verschiedenen Gründen sind wir in der letzten Woche gar nicht zum schreiben gekommen, deshalb wollen wir jetzt einiges aufarbeiten, und zwar am besten der Reihe nach.
Also, wir beginnen in Managua, der Hauptstadt von Nicaragua. Dort war Nikolai am letzten Freitag bei der GTZ und hat sich für ein Praktikum beworben. Gott sei Dank waren wir vor Ort, das gibt vielleicht den entscheidenden Ausschlag. Denn bis März 2010 sind die Plätze vergeben. Aber dann ist wieder was frei, und wenn der Büroleiter mitspielt, der sich gerade im Semana Santa-Urlaub befindet, wird Nikolai nächstes Jahr im März für 3-4 Monate nach Managua gehen.
Ausserdem haben wir in der Universitäts-Bibliothek für eine Hausarbeit von Nikolai recherchiert. Was wir dabei erlebt haben, Wahnsinn!! Beschwert euch nie wieder über die deutsche Bürokratie. Wer ein Buch ausleihen will, muss grundsätzlich einen Ausweis vorzeigen. Dann kann man die Bücher nur vor Ort lesen und gar nicht ausleihen. Ausserdem kann man nicht selber durch die Regale stöbern sondern man sucht vorher im Rechner nach passenden Titeln und geht dann zum Ausleihschalter. Dort kriegt man dann die Bücher, aber immer nur drei auf einmal. In der Bib selber gibt es noch andere Ebenen. Wenn man Bücher aus einer anderen Ebene ausleihen will, muss man erst die Bücher aus der ersten Ebene zurückgeben, denn – richtig – dort hat man ja seinen Ausweis hinterlegt, und in der anderen Ebene kriegt man nix ohne den.... Ach ja, und wenn man was aus diesen Büchern kopieren will, brauch man eine schriftliche Genehmigung mit zwei Stempeln (hab ich aufgehoben), sonst darf man den Lesesaal nicht verlassen. Dort gibt es zwar auch einen (!) Kopierer, aber der ist meistens nicht besetzt, und ihr glaubt wohl nicht, dass man selber kopieren darf... Nein nein nein, dann könnte man ja unter Umständen das ganze Buch kopieren, und das ist natürlich aus urheberrechtlichen Gründen auch verboten. Mit anderen Worten, es ist eine ermüdende Bürokratie, die einem das konzentrierte Arbeiten unheimlich erschwert!! Trotzdem haben wir eine Menge an nützlicher Literatur gefunden.
Montag sind wir dann in aller Frühe nach Tegucigalpa (Hauptstadt von Honduras) weitergefahren und dort haben wir abends Flo wiedergetroffen, der aus San Salvador gekommen ist. Tegucigalpa, die Stadt kennen wir ja schon vom Tag unserer Ankunft, ist wirklich irre! Die Stadt wurde mitten in einen erloschenen Vulkankrater gebaut, die Häuser stehen deshalb an steilen Hängen, von denen natürlich auch der ein oder andere ab und zu mal abbröckelt. Was dann mit den Häusern passiert, könnt ihr euch ja denken... Auch deswegen ist der Anflug auf den internationalen Flughafen besonders gefährlich und für die Piloten eine besondere Heausforderung, wir haben davon ja schon berichtet. Ansonsten hat Tegu, wie es auch genannt wird, als einzige mir bekannte Stadt in Zentralamerika eine Fussgängerzone... Hier werden allerdings die Bürgersteige um 7 abends schon hochgeklappt, für eine Hauptstadt schon ganz schön peinlich.
Mittwoch ging es weiter nach San Pedro Sula, der heimlichen Haupstadt von Honduras, die allerdings längst nicht so schön ist. Dorthin führte uns ein weiteres Highlight unserer Reise: Zu dritt (Flo hatte keine Lust und hat im Hotel gewartet) haben wir im Estadio Olimpico das WM-Qualifikationsspiel Honduras gegen Mexiko besucht, ein einmaliges Erlebnis!! Am Eingang haben uns drei Frauen zwar die Karten aus der Tasche gezogen, aber Gott sei Dank haben wir es sofort gemerkt. Aber weil Nikolai sofort anfing rumzuschreien und Sabine die Übeltäterin ins Visier nahm (Du warst es!!) haben die drei es mit der Angst zu tun bekommen und die Tickets einfach fallengelassen. Eine Polizistin hat uns dann direkt durchgewunken. Die Stimmung im Stadion war phantastisch, noch ein bisschen ausgelassener als am Millerntor in St. Pauli, wir standen mitten im Fanblock der Heimmannschaft und nachdem die Hondureños unsere deutschen Fussball-Shirts erkannt hatten, konnten wir uns vor Händeschütteln, Winken und Rufen gar nicht mehr retten. Dass Honduras die Partie mit 3:1 gewonnen hat, hat die Stimmung natürlich überkochen lassen. Die Menschen haben gefeiert, als hätte ihr Land gerade den Weltmeister-Pokal geholt. Und wir mitten drin, ein Riesen-Wahnsinn!!
Jetzt sind wir im kleinen Ort Omoa an der karibischen Küste und werden nach den drei Städten Managua, Tegu und San Pedro mal ein bisschen ausspannen. Helmar natürlich nicht, er wird morgen gleich auf Fototour gehen. Wir anderen werden die seltene Gelegenheit nutzen, von Helmar unbehelligt auszuschlafen, und danach unsere Tagebücher aktualisieren.
Der Doppel-Gruss des Tages geht heute an Sabines Mutter, wir wünschen ihr alles Gute und gute Besserung!!!! Und an Stefan, wie Nikolai es ihm versprochen und angekündigt hat gibt es frohe Neuigkeiten!! ;)
Bald wird es weitere Neuigkeiten geben, vielleicht sogar von einem kurzen Ausflug nach Guatemala. Bis dahin viele Grüsse von der jetzt wieder vollständigen Vierergruppe.
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