Samstag, 7. März 2009
Tag 17 Arztbesuch am Ende der Welt
Sabine und Nikolai schreiben:

Bisher dachte ich immer, das Ende der Welt liegt in Potosì, Nicaragua. Irgendwie habe ich damit auch Recht, Flo wird das bestaetigen koennen. Aber wenn das tatsaechlich so ist, hat die Welt mindestens zwei Enden (wahrscheinlich hat sie sogar noch mehr). Denn seit Donnerstag sind wir auf der isla el Tigre Honduras und hier hat sich, entgegen unseren Vermutungen, seit Helmars letztem Besuch vor 14 Jahren, gar nichts veraendert, im Gegenteil. Es sind sogar eine Haeuser verottet, wie zum Beispiel ein Restaurant, wo er frueher immer gegessen hat. Hier gibt es keine bank, keinen geldautomat, handynetz oder sonst was. dieses "internet-cafè", ein raum mit ein paar rechnern, wo das oeffnen dieser seite gerade knapp 5 minuten gedauert hat, ist unsere einzige verbindung zur aussenwelt. aber es gehen auch nicht alle seiten, googlemail zum beispiel nicht, so dass der blog tatsaechlich unsere einzige moeglichkeit ist, mit euch zu kommunizieren.

Gestern haben wir einen Spaziergang auf der Insel gemacht. Wir waren an insgesamt drei verschiedenen Straenden, darunter dem "Playa grande" und dem "Playa negro". Alle waren wunderschoen und hatten einen feinen schwarzen Sandstrand und Pelikane huepften durch das Wasser.
Der "Playa negro" wird uns in besonderer Erinnerung bleiben. Es gab dort nur zwei Fischerboote und ansonsten keine Menschenseele. Wir hatten den gesamten Strand fuer uns alleine. Das nutzten wir auch voller Freude aus und stuerzten uns in die Wellen. Als wir aus dem Wasser herausgehen wollten, schrie Nikolai auf einmal laut auf. Ich dachte erst, er waere vielleicht von einem kleinen Krebs gekniffen worden oder er waere in einen Seeigel getreten (allerdings waere das seltsam gewesen, denn Steine gab es dort nicht).
Doch dann schrie Nikolai auf: "Mich hat was gebissen!" Was? Oh Gott! Hoffentlich war das nicht giftig! Eine Wasserschlange? Gibt es hier sowas?
Einheimische waren sehr schnell da und wir brachten Nikolai mit einem Jeep zum Arzt.
Der konnte uns schnell beruhigen, dass es nichts giftiges war, sondern "nur" ein Fisch (seit wann beissen Fische???) und Nikolai ausser starken Schmerzen nichts zu befuerchten hat.
Fuer die Behandlung inkl Lokalanaesthesie verlangte er nur 8 Dollar.

Heute machen wir einen freien Tag, geniessen den pool in unserem Hotel (ohne Fische) und aktualisieren unsere Tagebuecher.

Am Montag werdn wir die Insel verlassen Richtung Nicaragua. Bis dahin werdet ihr nichts mehr von uns hoeren, weil das "Internetcafè" morgn geschlossen hat. also keine Sorgn machen. wir melden uns aus Nicaragua.

Gruss des Tages geht am Flo, der einiges verpasst hat, worueber wir herzlich gelacht haben. Wir hoffen, dass du auch eine schoene Zeit hast. Lass doch mal was von dir lesen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 4. März 2009
Tag 14 Von "Direkt"bussen und Glotzaugen
Nikolai schreibt:

Nach einem Tag Verspaetung, Helmars ploetzlichem Durchfall-Anflug geschuldet, sind wir gestern abend in La Union angekommen. Ja, genau das La Union, wo Helmar insgesamt fast ein Jahr gelebt und gearbeitet hat (und danach auch noch einige Male auf Besuch war). Ein grosser Moment also fuer ihn, nach 14 Jahren mal wieder hier zu sein und interessant fuer uns zu hoeren, was sich alles veraendert hat.

Die Fahrt war allerdings mal wieder eine typische Latino-Aktion. Im Terminal der Oriente wurden wir von 10000 Leuten angequatscht, wir sollten doch mit ihnen fahren, weil ihr Bus der schnellste, tollste, direkteste und guenstigste ist... Wir blieben eisern und fragten uns zu einem Bus nach La Union durch, abfahrbereit, direkt und Express... Von wegen! Nach La Union sind wir schon gekommen, aber weder sofort noch per Express. Statt um 3 waren wir erst halb fuenf dort.. Na ja, dafuer schlafen wir in einem Hotel, wo Helmar schon frueher uebernachtet hat. Es ist sauber (bis auf die Toilette, schlimm schlimm...) und guenstig. Abend gegessen haben wir in einem Comedor direkt am Pazifik, fuer 2$ inklusive Getraenk. Herrlich, den Wind um die Nase und die Wellen zu unseren Fuessen.
Im selben Laden waren wir auch heute morgen, Fruehstueck fuer 1,50 (nur Helmar brauchte bei drei Stueck Brot, zwei Tassen Kaffee, einem Bier UND einer Cola einen $ mehr :D). Sabine hat im Hellen ihre neuen Lieblingstiere entdeckt: die Glotzaugen. ;) Das sind Fische, die knapp unterhalb der Wasseroberflaeche nur ihre Augen aus dem Wasser gucken lassen und dann wie Luftblasen auf dem Wasser aussehen. Das ist was fuer sie, hat sie auch gleich fotografiert. Fuer alle Feinschmecker unter euch, die Intersse daran haben, was es hier so gibt: Zum Abendbrot hatten wir Chorizo (eine Art Salami) mit Reis und Gemuese (Bohnen) dazu Kaese und Avocados, zum Fruestueck gab es Ruehreier mit Bohnenbrei (Frijoles) und Kaese, sehr lecker!! Dazu gibt es natuerlich Sabines neues Lieblingsessen: Tortillas!! Wenn ich daran denke, wie sehr sie noch in Indien ueber diese Dinger geschimpft hat, bin ich froh, dass ihr diese Dinger, die aus MAISmehl und nicht aus WEIZENmehl sind, so viel besser schmecken. Wenn wir schon grad beim Essen sind: Ich habe heute Mittag zum ersten Mal in meinem Leben Muscheln gegessen. Bei einem freundlichen Menschen, der uns seine Bar fuer heute Abend empfohlen hat, zum Billard spielen und Karaoke singen.. Unser Abendprogramm! ;)

Zwischendurch waere noch erwaehnenswert, dass es Helmar trotz aufwendiger Visitenkarten und zunaechst netter, spaeter nicht mehr so netter Ueberredungsversuche nicht geschafft hat, am Wachmann vorbei ins Hafengebiet zu kommen... :)

Morgen frueh werden wir, so wie es aussieht, zur Isla El Tigre in Honduras uebersetzen. Vielleicht auch nach Meanguera, was aber eher unwahrscheinlich ist. Ich denke ziemlich sicher, dass es auf El Tigre Internet gibt. Falls nicht, macht euch keine Sorgen, dann wisst ihr, wir sind nicht verschollen. ;)

Die Zeituhr hier im Internet sagt, ich habe nur noch zwei Minuten. Jaja, ich bin im Internetcafé und hier gibt es kein ae oe oder ue.. wie ihr sicher schon bemerkt habt.

Bleibt deshalb nur noch Zeit fuer zwei Sachen: Flo weilt nicht mehr unter uns, er ist in San Salvador geblieben um spanisch zu lernen und ein Praktikum bei Caesar, Freund von Magdalena, zu bekommen. Er wird erst in ca zwei Wochen wieder zu uns stossen, wenn wir in Nicaragua auf die Isla Ometepe gehen. Vielleicht wird er ja an gleicher Stelle auch mal erzaehlen, was er inzwischen so treibt.

Und der Gruss des Tages geht an: Bayer Leverkusen. Danke dass ihr die Bayern aus dem DFB Pokal rausgeschmissen habt!!!! :)

Bis demnaechst und ein letztes, herzliches Adiós aus El Salvador.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 2. März 2009
Tag 11 Zurück in der Hauptstadt
Sabine schreibt:

Hallo ihr,

angeblich soll El Salvador (laut Auswärtigem Amt) ja so gefährlich sein, aber davon haben wir noch nichts bemerkt. Das einzige was passiert ist, war dass Helmar´s Karte "falsche Angaben" hatte :D und er dadurch in "verruchte Viertel" gekommen ist. Dort lief er ahnungslos durch die Gegend, als plötzlich die "Policía Nacional" vor ihm auftaucht und ihn dazu bringt in ihr Auto einzusteigen.
Er ist aus Versehen in ein Viertel spaziert, das nicht so sicher war - deshalb hat jemand die Polizei gerufen, damit Helmar nichts passiert. Die netten Polizisten fuhren ihn sogar bis zu seinem Hostal obwohl sich Helmar natürlich dagegen wehrte ;D

Jetzt sind wir wieder in San Salvador. Ich war zum ersten mal in meinem Leben im Pazifik baden, natürlich habe ich auch gleich ein Foto für euch gemacht. Die Wellen waren riesig und unberechenbar, deswegen gibt es dort ein "Schwimmbad", das mitten ins Meer hineingebaut ist, in das das Wasser mit seinen Wellen hineingespült wird, aber wir nicht von der Strömung weggespült werden können. Außerdem konnten so die "Salvis" (also die Mitglieder der Familie Guadalupe in Taquillo) mit baden gehen (denn sie können nicht wirklich schwimmen).

Es gibt hier "Tortillas" (einfach nur Mais und Wasser in Fladenform) und Bohnen mit Spiegel- oder Rührei zum Frühstück. Das wäre was für euch... :D Aber mit der Zeit schmeckt es einem immer besser. Außerdem gibt es sehr viele Mangos, die man schon essen kann. Zur Zeit ist hier Frühling und noch "nicht so heiß" (wobei ich es heute mit den 35 Grad im Schatten - zusätzlich mit Busfahrt doch ziemlich heiß und etwas unangenehm fand). Am heißesten, so sagte mir "Don Valentín", sei es zwischen April und Juli. Zum Glück sind wir dann nur noch kurz da.

Ansonsten sind die Menschen sehr herzlich und zugewandt und reden mit einem selbst wenn man nur wenig von ihnen versteht. Was ich bemerkenswert finde ist, dass sich hier alle Siezen, selbst die Oma ihren Enkel. Ein "Du" gibt es in El Salvador nicht. Mal sehen wie das in Nicaragua wird. Dort fahren wir bald hin.
Morgen nach "La Unión" und dann in Richtung "Golfo de fonseca" nach Nicaragua.

Ganz liebe Grüße und bis bald!

Eure Sabine

Der Gruß des Tages geht heute an Nadine, von der wir heute gelesen haben, dass sie seit heute (;D) eine neue Arbeit in Bad Kreuznach bei Mainz hat.. (gut in der Nähe also)
Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die vielen Babys... ;)

... link (0 Kommentare)   ... comment